Depression ist wie in ein Loch fallen

Depressionen können in jedem Moment unseres Lebens auftreten. Manchmal geht dem ein bestimmtes Ereignis vorweg, das die depressive Stimmung auslöst: eine Trennung, der Tod eines Freundes oder Familienmitglieds, ein gesundheitliches Problem, arbeitsbedingter Stress oder der Verlust der Arbeit. Manchmal treten Depressionen aber auch ohne vorhergehende dramatische Ereignisse und sogar ohne offensichtliche Ursachen auf. Es gibt dann nur eine allgemeine Traurigkeit, Einsamkeit und ein Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit.

Der Beginn der Depression

Wenn Menschen eine Depression bekommen, fühlt es sich oft so an, als würden sie in ein tiefes Loch fallen. Und was sollten wir tun, wenn wir in ein Loch fallen? Rausklettern! Das sagen fast alle Leute, aber tatsächlich ist es eher so, dass die Art und Weise wie Menschen mit einer solchen Situation umgehen, welche Reaktionen und Verhaltensweisen sie zeigen, sich stark davon unterscheidet. Nicht jeder der in ein Loch fällt, klettert gleich wieder heraus. Vielleicht erkennen Sie sich selbst oder einen Bekannten in den unten aufgeführten Beispielen.

In ein Loch fallen und graben

Wenn Sie in ein Loch gefallen sind, gibt es viele verschiedene Arten zu reagieren und manche depressive Menschen zeigen ein unheilsames Verhalten. Wenn Sie unter Depressionen leiden, können Sie dem eigenen Leiden eine weitere dicke Schicht hinzufügen, indem Sie sich selbst abstrafen und ständig zu sich selbst sagen, wie sehr Sie diese Depression hassen, die Sie gerade fühlen, dass Sie sich elend fühlen und dass sowieso gerade alles schlecht ist. Dann fangen Sie an sich wegen allem schuldig zu fühlen, was Ihnen passiert oder Sie geben anderen Menschen oder dem Universum die Schuld. Sie sehen schwarz. Und immer schwärzer. Es kann sogar so weit gehen, dass Sie denken, dass Sie kein Glück verdient haben oder dass die Depression und Leiden Ihr neues Schicksal sind.

Das Loch der Depression

Dieses Verhalten wäre also, als ob Sie in ein tiefes Loch fallen und beginnen weiter zu graben, damit das Loch noch tiefer wird. Dieses Verhalten ist gefährlich. Es führt zu einer erheblichen Zerstörung und je länger Sie damit verbringen zu graben, desto tiefer geraten Sie in die depressive Stimmung und es wird umso länger dauern, bis Sie wieder herauskommen.

Sie können leicht jemanden erkennen, der sich tiefer in sein Loch der Depression gräbt, wenn Sie hören, wie er oder sie alles übertreibt und alles schwarz malt, wobei meistens die Welt für das verantwortlich gemacht wird, was mit ihm oder ihr geschieht.

In ein Loch fallen und es sich bequem machen

Da das Graben viel Energie kostet, machen die meisten depressiven Menschen dies nicht sehr lange. Sobald sie eine bestimmte Tiefe erreicht haben und erschöpft sind, ist es an der Zeit, dass sie mit dem Graben aufhören und versuchen zu einem „normalen“ Leben zurückzukehren.

In diesem Stadium versuchen sie Maßnahmen zu ergreifen um zu versuchen, die Kontrolle zurück zu erlangen. Sie stehen auf, gehen zur Arbeit, leben mit ihrer Familie zusammen und setzen das Leben fort, als ob nichts passiert wäre. Ihre vorherige Situation lehnen sie ab und sie sagen sich: Ich bin nicht mehr im Loch. Und sie fangen an, ihr Leid mit allen möglichen Tricks zu vertuschen, die die Gesellschaft ihnen bietet: Konsum, Alkohol, Rauchen, Drogen, ungesundes Essen…

An Depressionen gewöhnen

Zu diesem Zeitpunkt haben Sie resigniert, bleiben im Loch und tuen so, als wäre alles in bester Ordnung. Sie fangen an Ihr Loch zu dekorieren, um das Leben darin erträglicher und angenehmer zu machen. Sie stellen einen Fernseher auf, schöne Möbel und Duftkerzen.

Sie können Menschen in dieser Situation leicht erkennen, wenn Sie beobachten, dass diese ihrer materiellen Umgebung so viel Aufmerksamkeit schenken, ihre psychischen Probleme jedoch völlig ignorieren. An der Oberfläche sieht alles gut aus, aber jedes kleine Ereignis lässt sie wieder in tiefe Depression geraten. Neben Gefühlsausbrüchen, wie Traurigkeit oder Wut, können auch andere Symptome wie Schlaflosigkeit, Unruhe, Ängste, Rückenschmerzen und weitere psychosomatischen Symptome auftreten.

Leider ist dies ein sehr häufiges Verhalten von Menschen mit allerlei Problemen wie zum Beispiel bei Menschen mit Depressionen aber auch mit Ängsten, Selbstzweifeln etc. Sie haben die Existenz ihrer Probleme so sehr verdrängt, dass sie nicht mehr erkennen können wie sehr sie leiden. Oder wenn sie es noch erkennen können, kehren sie es lieber unter den Teppich, weil sie Angst vor dem emotionalen Schmerz haben, der folgen könnte. Viele von ihnen sprechen nie über ihr Leiden und suchen keine professionelle Hilfe. Sie sind mit dem äußeren Dekor beschäftigt, ohne sich der Freiheit und der Freude bewusst zu sein, die sie außerhalb des Lochs leben könnten.

In ein Loch fallen und rausklettern

Eine Depression zu überwinden funktioniert eben nicht, wenn Sie sich selbst die Schuld daran geben oder sie mit einer Vielzahl von Ablenkungen ignorieren. Es gibt nur einen Weg und es geht darum die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind. Jede Depression ist eine Gelegenheit, Ihre Gefühle tiefgründig zu betrachten und deren tiefliegende Ursachen zu entdecken. Auch wenn es schwierig sein mag, aus dem Loch heraus zu klettern, es ist es wert. Sie können das Wunder Ihres Lebens nicht erleben und nicht erkennen, wie es voller Freude und Frieden sein kann, wenn Sie es nicht wagen, aus dem Loch zu steigen. Es gibt keine Anstrengung, die lohnender ist als sich zu entscheiden all Ihr Leid und all Ihren Schmerz zu akzeptieren und darum zu kümmern die Probleme im Jetzt zu lösen.

Wann Sie mit der Arbeit beginnen, liegt an Ihnen. Wie möchten Sie leben und wie möchten Sie sich gerne fühlen? Welchen Einfluss und welche Ausstrahlung möchten Sie auf andere Menschen haben?

Depressionen überwinden

Es gibt einen Weg aus dem Loch herauszukommen und es ist nicht so schwer. Es geht vielmehr um Verständnis und Verbindlichkeit. Es ist ein Weg zu mehr Frieden und mehr Freiheit.

1. Akzeptanz
Zuerst müssen Sie akzeptieren, dass Ihr Leiden legitim ist. Und es ist weder gut noch schlecht ist. Die Dinge sind wie sie sind. Kämpfen Sie nicht gegen die Umstände an. Nehmen Sie es einfach an und lernen Sie es zu beobachten, ohne darüber zu urteilen und ohne Angst zu haben.

2. Verantwortung
Versuchen Sie zu verstehen, dass niemand auf der ganzen Welt die Ursache Ihres Leidens ist. Was soll das heißen? Selbst wenn Ihnen in der Vergangenheit etwas Traumatisches passiert ist, ist die Art und Weise wie Sie im Hier und Jetzt darüber denken Ihre eigene Verantwortung. Das heißt durch die Art und Weise wie Sie denken, erhalten Sie Ihre Depression aufrecht. Es gibt einfach falsche Ansichten und Gedanken, die Sie im Laufe der Zeit zu diesen depressiven Gefühlen geführt haben. Sie müssen diese falschen Gedanken finden und herausfinden, woher sie kommen.

3. Veränderung
Es gibt andere Arten von Gedanken und Verhaltensweisen, die zu Freude und dauerhaftem Glück führen. Sie müssen diese neuen Gedanken und Verhaltensweisen entdecken und täglich ernähren, damit sie wie ein Baum in Ihnen wachsen und immer stärker werden.
Gute Gedanken führen zu guten Gefühlen. Dieser Punkt ist manchmal besonders schwierig, weil man eine Art Betriebsblindheit gegenüber den eigenen Gedanken entwickelt. Wenn Sie Hilfe dabei benötigen, unterstütze ich Sie gerne im Rahmen einer Online-Therapie.

4. Wunder
Das wirkliche Leben findet außerhalb Ihres Lochs statt. Es ist voller Wunder und Magie, Freundschaft und Liebe. Es gibt so viele bedeutungsvolle Dinge zu erleben und zu tun. Und es gibt eine Menge Weisheit und Verrücktheit, die Sie erkunden und mit anderen teilen können.
Das Leben ist schön.

“Es gibt zwei Arten sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles eines. Ich glaube an Letzteres.” Albert Einstein

Ich stelle mich vor

Psychologische Onlineberatung Psychotherapie

Mein Name ist Carolin Müller, ich bin Diplom-Psychologin, Buddhistische Therapeutin und Onlinepsychologin. Mit meinen Klienten spreche ich via VideoAnruf über Depressionen, Sorgen, Ängste und Selbstwertzweifel.

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By | 2018-11-16T07:05:11+00:00 November 16th, 2018|Wissen|0 Comments

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