Was uns der Herbst übers Loslassen lehrt

Der Sommer ist vorbei und hat seinen Platz dem Herbst überlassen. Die Sonne ist immer noch die gleiche, aber sie scheint weniger warm. Auf den Tag folgt immer noch die Nacht, aber die Tage sind kürzer. Die Luft ist frischer und der Himmel hat sich verändert. Die Bäume, die am stärksten mit der Erde verbundenen Lebewesen, erkannten die Veränderung und erklären durch die Färbung ihrer Blätter die Ankunft des Herbstes.

Mit Zuversicht und Anmut lassen sie ihre alten Blätter los. Sie sind weder traurig noch ängstlich. Alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Ein Blatt ist schön, wenn es noch klein und grün ist. Aber es hat nichts von seiner Schönheit verloren, wenn es groß und alt ist oder rot und trocken und wenn Sie mit Ihren Schuhen darauf laufen.

Alles lebt für eine begrenzte Zeit. Eine Seifenblase kann für eine Sekunde existieren. Andere Dinge existieren für eine Minute. Etwas anderes für ein Jahr. Eine andere Sache für 50 Jahre. Einige Bäume leben seit 500 Jahren und werden noch viele mehr leben. Alles entsteht auf schöne Weise und dann geht alles auf schöne Weise.

Vergänglichkeit akzeptieren ist die Grundlage zum Loslassen

Der Buddha hat vor Tausenden von Jahren über die Vergänglichkeit der Dinge gelehrt. Und die Psychotherapeuten wiederholen es heutzutage immer wieder. Um dauerhaftes Glück und Weisheit zu entwickeln, ist es grundlegend, die Vergänglichkeit der Dinge zu erkennen und zu akzeptieren. Auf der anderen Seite ist die Anhaftung an vergänglichen Phänomene, einschließlich des eigenen Ego, die Quelle all unserer Unzufriedenheit.

Die Bäume, die im Herbst ihre Blätter loslassen, sind eine wunderbare Erinnerung daran, wie man mit Zuversicht und Freude loslässt. Alles ist vergänglich und wird unweigerlich enden: Ihr Haus, Ihr Geld, Ihre Arbeit, Ihr Partner, Ihre Familie und auch Sie selbst. Sie sind alle wie ein Blatt, das am Ast eines Baumes hängt. Auch wenn Sie versuchen daran festzuhalten, das Ergebnis wird das gleiche sein. Es wird immer noch fallen. Sie müssen sich entscheiden, entweder in Harmonie mit den Zyklen der Natur zu leben und sich an ihrer Schönheit und Weisheit zu erfreuen oder das Leben in der Angst zu verbringen etwas zu verlieren, das in jedem Fall enden muss.

Loslassen im Vertrauen auf den nächsten Frühling

Ein Baum lebt in totalem Vertrauen und in Harmonie mit der Natur. Vielleicht kann er deshalb so hoch wachsen und so stark werden. Wenn er ein Blatt loslässt, wird möglicherweise ein anderes wachsen. Nichts ist sicher. Selbst ohne Laub überlebt der Baum tapfer den Herbst und den ganzen Winter.

Das können wir auch machen. Da alles enden muss, können wir es einfach loslassen. Warum sollten wir so viel Energie aufwenden und so in Aufruhr geraten, nur um an etwas festzuhalten, das doch enden muss? Haben wir nur Angst, dass, wenn wir ein Blatt verlieren, kein anderes Blatt wachsen wird?

Wir müssen ein tiefes Vertrauen entwickeln, um zu lernen entspannt loszulassen. Ein tiefes Vertrauen, dass, solange wir leben, es einen Herbst geben wird, einen Winter und einen Frühling oder zumindest, dass auf die Nacht der nächste Tag folgt. Auf die gleiche Weise lassen wir den Tag los und wir begrüßen die Nacht. Wissend, dass ein neuer Tag kommen wird, müssen wir alles andere loslassen.

Unsere gegenwärtige Situation ist das Ergebnis all der Dinge, die wir zurückgelassen haben. Es gibt so viele Dinge, die wir in der Vergangenheit genossen haben und jetzt sind sie vorbei. Und das ist ein Grund zur Freude. Genau deshalb haben Sie vielleicht ein neues Haus, einen neuen Partner, einen neuen Job, ein neues Telefon, eine neue Idee. Ihre gegenwärtige Situation ist nur möglich, weil Sie all die alten Dinge loslassen konnten.

Es ist jetzt der Herbst und es ist die Zeit, sich daran zu erinnern, dass loszulassen nichts ist, wovor man Angst haben muss. Sorgen Sie sich um nichts. Im nächsten Frühjahr werden wir alle neue Blätter bekommen.

Ich stelle mich vor

Psychologische Onlineberatung Psychotherapie

Mein Name ist Carolin Müller, ich bin Diplom-Psychologin, Buddhistische Therapeutin und Onlinepsychologin. Mit meinen Klienten spreche ich via VideoAnruf über Depressionen, Sorgen, Ängste und Selbstwertzweifel.

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By | 2018-10-26T09:18:38+00:00 Oktober 25th, 2018|Achtsamkeit, Buddhistische Psychologie|0 Comments

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