Negative Gefühle gehören zum Leben dazu

Kein Mensch auf dieser Erde lebt in einem ständigen Hoch der Emotionen. Es gibt nur eine Art von Mensch, der schmerzhafte Emotionen wie Ärger, Traurigkeit, Ängstlichkeit, Neid, Eifersucht etc. erspart bleibt: tote Menschen. Wie dem auch sei, in unserer Gesellschaft geben wir einander nicht die Erlaubnis menschlich zu sein und die damit einhergehende Freiheit auch negative Emotionen zu erleben. Aber negative Gefühle sind auch Teil der menschlichen Natur.

Als Kinder geben wir uns selbst die Freiheit menschlich zu sein und leben unsere Gefühle vollständig aus. Wir weinen, wenn wir uns weh tun, wir schreien, wenn wir uns schlecht behandelt fühlen und wir lachen laut, wenn wir einen Grund dazu haben. Aber mit dem Alter kommt die Erkenntnis, dass wir unter ständiger Beobachtung der anderen stehen. Wir werden beobachtet, bewertet und zuweilen auch verurteilt. Und mit der Zeit verweigern wir uns das Recht, unsere menschliche Natur zu leben. Aber schmerzhafte Emotionen sind ein Teil der menschlichen Natur und sie zu unterdrücken stärkt sie nur. Sie werden intensiver und versuchen sich von allein an die Oberfläche zu kämpfen. Ob wir wollen oder nicht.

Negative Gefühle
Jeder von uns braucht einen Platz im Leben, in dem er Mensch sein kann. Ob mit einem guten Freund, mit einem Familienmitglied oder mit uns selbst, wenn wir ein Tagebuch schreiben. Wir müssen uns die Erlaubnis geben glücklich, voller Angst, verärgert, traurig, Himmel hoch jauchzend oder auch gestresst zu sein. Wir brauchen einen Ort an dem wir so sein können, wie wir sind.

Was also, wenn wir Neid gegenüber unserem besten Freund empfinden? Das an sich macht uns noch zu keiner schlechten Person. Dieses negative Gefühl ist an sich – genau wie jede andere – weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes. Es ist Teil des Mensch-Seins sie zu fühlen. Die Frage ist viel mehr, wie wir aufgrund dieser Emotion handeln. Dort setzt die Moral ein. Dort kann jeder amoral handeln. Wir können Neid gegenüber unserem besten Freund empfinden, aber dennoch in einer anderen Art und Weise agieren.

Was wenn wir uns selbst die Erlaubnis geben menschlich zu sein? Wie wäre das? Das Leben wird so viel leichter. Anstatt unsere innere Natur zu bekämpfen, akzeptieren wir sie mit allen Emotionen, die dazu gehören.

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